FEAST Test 2026: Phasen, Ablauf und Vorbereitung

Oct 3, 2026 · 7 min read

Wer im deutschsprachigen Raum Fluglotse werden will, trifft früher oder später auf fünf Buchstaben: FEAST. Dieser Eurocontrol Fluglotsentest ist das Nadelöhr fast aller europäischen Flugsicherungen und entscheidet, wer bis zur Ausbildung vordringt. Dieser Leitfaden erklärt die Phasen, die berichteten Formate und wie eine seriöse FEAST Test Vorbereitung aussieht.

Aviation Aptitude ist eine unabhängige Trainingsplattform ohne Verbindung zu EUROCONTROL, der DFS, Austro Control oder skyguide. Alle Angaben beruhen auf Kandidatenberichten und öffentlichen Quellen; die Flugsicherungen veröffentlichen keinen Testlehrplan und ändern ihre Konfigurationen ohne Vorankündigung.

Was ist der FEAST Test?

FEAST steht für First European Air Traffic Controller Selection Test, ein von EUROCONTROL entwickeltes Auswahlsystem, das an Flugsicherungen in Europa und darüber hinaus lizenziert wird. Die Organisationen filtern damit Bewerber für die Lotsenausbildung, bevor sie Jahre an Ausbildungskosten investieren.

Das System läuft in Stufen. FEAST I ist eine computerbasierte Testbatterie zu Gedächtnis, Aufmerksamkeit, räumlichem Denken, rechnerischer Schätzung und Englisch. FEAST II wechselt in die Arbeitsprobe: dynamische, radarähnliche Multitasking-Simulationen, bei denen das Tempo nicht von einer Fragenuhr, sondern vom Verkehr vorgegeben wird. Dazu kommt ein Persönlichkeitsfragebogen mit Konsistenzprüfung.

Entscheidend ist: FEAST ist ein Baukasten, kein einheitliches Examen. Jede Flugsicherung legt eigene Bestehensgrenzen fest und ergänzt die Module um eigene Tests, Interviews und medizinische Untersuchungen. Zwei Bewerber in zwei Ländern erleben deshalb merklich unterschiedliche Verfahren unter demselben Testnamen.

FEAST bei DFS, Austro Control und skyguide

Alle drei großen deutschsprachigen Flugsicherungen setzen FEAST Module ein, bauen sie aber an unterschiedlichen Stellen ihres Verfahrens ein. Der Fluglotse Einstellungstest ist damit in allen drei Ländern verwandt: Sie trainieren einmal und profitieren dreifach.

Deutschland, DFS. Die DFS Deutsche Flugsicherung stellt ein und bildet aus, die Eignungsuntersuchung selbst führt das DLR in seinem Hamburger Auswahlzentrum durch. Kandidaten berichten von einer ersten computerbasierten Teststufe und einer zweiten Stufe mit Arbeitsproben, Gruppenübungen und Interviews. Den vollständigen deutschen Ablauf behandeln wir im Leitfaden zur DFS Lotsenauswahl, den Teststil im DLR Leitfaden.

Österreich, Austro Control. Austro Control kombiniert nach Kandidatenberichten EUROCONTROL FEAST Module mit eigenen Tests, in drei Stufen: eine erste von rund neun Stunden, eine zweite von sechs bis sieben Stunden und ein Assessment von etwa acht Stunden. Die Größenordnung erklärt die Strenge: Berichten zufolge stehen rund 1.600 Bewerbungen etwa 45 Ausbildungsplätzen gegenüber.

Schweiz, skyguide. skyguide gliedert die Auswahl in drei Etappen, EA1, EA2 und EA3. Der FEAST Anteil wird mit zweimal etwa vier Stunden berichtet, dazu Englisch auf Niveau B2, ein Altersfenster von etwa 18 bis 30 Jahren und eine Gesamtdauer von rund 60 Arbeitstagen. Besonders wichtig sind die Sperrfristen: Wer EA1 nicht besteht, kann sich Berichten zufolge erst nach fünf Jahren erneut bewerben, nach EA2 nach zwei Jahren.

Die Sperrfristen sind das stärkste Argument für Vorbereitung. Eine einzige Sitzung kann fünf Jahre Lebensplanung kosten, und niemand kommt in diesen Verfahren beliebig oft wieder.

Darf man überhaupt für FEAST üben?

Hier gehört Ehrlichkeit zur Sache. EUROCONTROL rät offiziell davon ab, sich auf FEAST vorzubereiten. Die Begründung ist nachvollziehbar: Der Test soll rohe Grundfähigkeiten messen, und Versprechen, man könne sich eine Eignung antrainieren, sind unseriös.

Trotzdem gibt es einen Unterschied, den diese Empfehlung nicht abdeckt. Niemand baut sein Arbeitsgedächtnis in zwei Wochen neu. Sehr wohl aber kann man dafür sorgen, am Testtag nicht zum ersten Mal zu verstehen, wie eine Aufgabe funktioniert. Wer die ersten Minuten eines Moduls mit dem Entschlüsseln der Logik verbringt, verliert Punkte an die Oberfläche des Tests, nicht an die eigene Begabung.

Eine faire FEAST Test Vorbereitung bedeutet deshalb:

  • Formatvertrautheit: wissen, wie eine fortlaufende Gedächtnisaufgabe, eine Doppelaufgabe oder ein Radarkonflikt aussieht.
  • Arbeiten unter Zeitdruck: die Erfahrung, dass die Uhr läuft, während eine zweite Anforderung dazukommt.
  • Ausdauer über einen langen Tag: bei neun Stunden erster Stufe ist Müdigkeitsmanagement ein eigener Faktor.
  • Technische Routine: Maus, Kopfhörer und knappe Instruktionen sollen keine Überraschung sein.

Was sie nicht bedeutet: Antworten lernen oder sich eine Begabung einreden, die nicht da ist. Wer nach Wochen strukturierten Übens merkt, dass Multitasking unter Druck grundsätzlich nicht funktioniert, hat ebenfalls eine wertvolle Information gewonnen.

Welche Fähigkeiten prüft FEAST?

Kandidaten berichten regelmäßig von Formaten, die unserem Lotsen-Katalog direkt entsprechen:

  • Arbeitsgedächtnis: gesprochene und visuelle Elemente fortlaufend aktualisieren
  • Geteilte und kreuzmodale Aufmerksamkeit: zwei Aufgaben gleichzeitig, Augen und Ohren parallel
  • Vigilanz und Fehlererkennung: über lange monotone Strecken aufmerksam bleiben
  • Räumliche Orientierung: Kurse, Peilungen und relative Positionen
  • Rechnerische Schätzung: schnelles Rechnen mit Geschwindigkeit, Distanz und Zeit
  • Dynamische Simulationen: Konflikterkennung und Verkehrsführung in FEAST II
  • Englisch: direkt geprüft und zugleich die Sprache, in der die Anweisungen kommen
  • Persönlichkeit: ein Eigenschaftsfragebogen mit Konsistenzprüfung
Die Simulationsphase verwandelt Aufmerksamkeit in ein bewegtes Verkehrsbild
Die Simulationsphase verwandelt Aufmerksamkeit in ein bewegtes Verkehrsbild

Bemerkenswert ist, wonach FEAST II sucht. Belohnt wird nicht der schnellste Klick, sondern Antizipation: ein Konflikt, der früh mit einer kleinen Korrektur entschärft wird, zählt mehr als die spektakuläre Rettung in der letzten Sekunde.

So bereiten Sie sich vor

  1. Beginnen Sie mit einer Diagnose. Trainieren Sie zuerst Ihr schwächstes Format. Die Flugsicherungen bewerten Profile, und eine einzelne Schwäche deckelt das Gesamtergebnis.
  2. Machen Sie Multitasking zum Kern. Einkanaliges Training überträgt sich nicht automatisch auf FEAST II. Mischen Sie Gedächtnis-, Aufmerksamkeits- und Radarmodule innerhalb einer Sitzung statt thematischer Übungstage.
  3. Automatisieren Sie die Schätzrechnung. 300 Knoten sind 5 NM pro Minute, und das sollte kein Nachdenken mehr kosten.
  4. Hören Sie unter visueller Belastung. Englisch zählt doppelt, als Test und als Kanal für Anweisungen. Audiomodule trainieren beides gleichzeitig.
  5. Proben Sie den ganzen Testtag. Wöchentlich sechs oder mehr Module in einer Sitzung. Bei neun Stunden ist die Länge Teil der Schwierigkeit.
  6. Antworten Sie beim Persönlichkeitsteil ehrlich. Die Konsistenzprüfung erkennt gespielte Profile, und ein ungültiges Profil ist schlechter als ein unperfektes.

Häufige Fehler

  • Nur Radarsimulationen üben, weil sie dem Berufsbild am nächsten kommen, während FEAST I aussiebt.
  • Englisch als Formsache behandeln, obwohl es jeden Test mit gesprochenen Anweisungen beeinflusst.
  • In der Woche vor dem Termin pauken. Multitasking-Kapazität wächst über Wochen, nicht Tage.
  • Einen Kandidatenbericht für allgemeingültig halten, obwohl DFS, Austro Control und skyguide unterschiedlich konfigurieren.
  • Die Sperrfristen übersehen und sich bewerben, bevor man vorbereitet ist.

Häufig gestellte Fragen

Kann man sich auf den FEAST Test vorbereiten?

EUROCONTROL rät offiziell davon ab, weil der Test rohe Grundfähigkeiten messen soll und sich Eignung nicht antrainieren lässt. Dieser Punkt ist berechtigt: Niemand verdoppelt sein Arbeitsgedächtnis in zwei Wochen.

Sinnvoll bleibt dennoch, den Test nicht am Prüfungstag zum ersten Mal zu sehen. FEAST Test üben heißt Formatvertrautheit und Arbeiten unter Zeitdruck, nicht Imitation von Begabung.

Was ist der Unterschied zwischen FEAST I und FEAST II?

FEAST I ist die computerbasierte Testbatterie zu Gedächtnis, Aufmerksamkeit, räumlichem Denken, Schätzrechnung und Englisch, aufgeteilt in viele kurze Module mit knappen Instruktionen. FEAST II ist die dynamische Arbeitsprobe mit radarähnlichen Simulationen, in denen Verkehr getrennt, Entscheidungen sequenziert und Unterbrechungen bewältigt werden müssen.

Praktisch heißt das: FEAST I ist das Tor, FEAST II die Berufssimulation. Ohne ausreichende Punktzahl in FEAST I erreichen Sie FEAST II gar nicht.

Wie oft kann man den FEAST Test wiederholen?

Die Wiederholungsregeln gehören der jeweiligen Flugsicherung, nicht EUROCONTROL. Bei skyguide berichten Kandidaten von fünf Jahren Wartezeit nach einem Scheitern in EA1 und zwei Jahren nach EA2. Andere Organisationen nennen eine Bewerbung pro Kampagne. Behandeln Sie Ihren ersten Termin deshalb als den, der zählt.

Ist der FEAST Test bei DFS, Austro Control und skyguide gleich?

Der Kern ist von EUROCONTROL lizenziert, die Ausgestaltung nicht. Die DFS lässt vom DLR in Hamburg testen, Austro Control kombiniert FEAST mit eigenen Tests in drei Stufen, skyguide gliedert in EA1 bis EA3 mit FEAST in zweimal etwa vier Stunden. Die gute Nachricht: Der kognitive Kern überträgt sich fast vollständig, wer für eine dieser Auswahlen trainiert, trainiert für alle drei.

Jetzt kostenlos üben

Jedes der oben beschriebenen Formate hat ein zeitgesteuertes Trainingsmodul im Lotsen-Bereich der Aviation Aptitude App, vom Arbeitsgedächtnis bis zur Sektorsimulation. Level 1 jedes Moduls ist kostenlos, eine Kreditkarte ist nicht erforderlich. Wenn Sie sich bei der DFS bewerben, lesen Sie anschließend den Leitfaden zur DFS Lotsenauswahl.

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